Das Schokoladenhaus Rausch – Eine Welt aus süßem Vulkan und Berliner Attraktionen

In der Welt der Süßigkeiten genießen Schokoladenprodukte seit vielen Jahren eine unangefochtene Spitzenposition. Die Fantasie der Hersteller kennt keine Grenzen: Im Handel findet man riesige süße Schlösser, Figuren, Wasserfälle und Springbrunnen. Doch die Besitzer des Schokoladenhauses Fassbender & Rausch gingen noch einen Schritt weiter. In ihrem Schokoladenparadies gibt es nicht nur eine Vielzahl von Süßigkeiten, sondern auch Schokoladennachbildungen berühmter deutscher Sehenswürdigkeiten – von Brandenburger Tor über den Reichstag bis hin zur Titanic. Dieses Schokoladenparadies für Kinder und Erwachsene befindet sich in Berlin an der Ecke Mohrenstraße und Charlottenstraße. Es zieht sowohl Touristen als auch Berliner an, die dieses gemütliche Geschäft als wahren Himmel für Naschkatzen betrachten. Mehr dazu auf berlin1.one.

Ein paar Worte zur Geschichte der Schokolade

Zum ersten Mal wurde Schokolade in Italien verkauft. 1606 wurden Kakaobohnen dem König vorgestellt, und bald darauf entstanden zahlreiche Schokoladengeschäfte. In Frankreich kam die Schokolade durch die Heirat von Anna von Österreich, der Tochter des spanischen Königs, mit Ludwig XIII. auf. In England öffnete 1657 das erste Schokoladengeschäft, das heißen Kakao anbot. Während Schokolade in anderen Ländern ein Luxus für Reiche war, konnten sie in England auch die einfachen Leute genießen. In Russland, das damals die Ukraine einschloss, wurden Schokoladengeschäfte erst Anfang des 19. Jahrhunderts eröffnet. Zunächst boten sie Getränke an, später kamen Tafeln, Figuren und Pralinen hinzu, die aus Europa importiert wurden, da es noch keine eigenen Schokoladenfabriken gab.

Wie entstand das Schokoladenhaus in Berlin?

Foto: Unternehmensgründer Wilhelm Rausch

Der Gründer der Schokoladenproduktion in Deutschland war Heinrich Fassbender, der 1863 eine Fabrik gründete und später ein Schokoladenhaus nahe dem Gendarmenmarkt eröffnete. Die Familie Rausch eröffnete ihre Konditorei 1890 – Wilhelm Rausch bot Schokolade, Trüffel und Pralinen an. Erst 1918 begann ihre eigene Fabrik mit der Produktion von Süßwaren. Lange waren Fassbender und Rausch Konkurrenten, doch Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich Rausch dank wachsender Produktionskapazitäten an die Spitze.

Wilhelm Rausch junior brachte den Familienbetrieb voran. Zunächst lernte er die Schokoladenherstellung und wurde Meisterkonditor in der königlichen Hofkonditorei Berlins. 1918 gründete er die Firma „Wilhelm Rausch – Herstellung feinster Pralinen, Schokoladen und Honigkuchen“ mit sieben Filialen. 1920 entwickelte er das Rezept für „Hauchfeine Täfelchen“, das bis heute ein Familiengeheimnis ist und im 21. Jahrhundert weiterhin angeboten wird.

Der Beitrag der nächsten Generationen

Gerhard, der Sohn von Wilhelm Rausch junior, erfand Schokoriegel, deren erste Exemplare 7 Gramm wogen. Sie waren bei Berlinern beliebt. Zum 50-jährigen Jubiläum eröffnete Gerhard eine neue Schokoladenfabrik in Tempelhof, zur Feier erschien Bürgermeister Klaus Schütz.

Jürgen, Gerhards Sohn, brachte den Familienbetrieb weiter voran. 1998 entwickelte er „Plantagen-Schokolade“ aus bestem Kakao, der auf einer eigenen 40 Hektar großen Plantage in Costa Rica angebaut wurde. Diese Schokolade wird exklusiv im Berliner Schokoladenhaus oder online verkauft. Zudem erweiterte er das Sortiment mit „Rausch Minis“ – kleinen Schokosticks à 40 Gramm. Jürgens Zeit an der Spitze (1981–2023) brachte der Firma großen Erfolg.

Mit Erfolg zum 100-jährigen Jubiläum

Foto: Die Eigentümer Robert und Jürgen Rausch

Zum Jubiläum konnte Rausch beachtliche Erfolge vorweisen: ein Gästehaus und ein Forschungsinstitut in Costa Rica sowie das stetig wachsende „Rausch Schokoladenhaus“ am Gendarmenmarkt, das drei Stockwerke umfasst. Seit 2011 führt Jürgens Sohn Robert den Familienbetrieb. Gemeinsam reisen Vater und Sohn oft zu den besten Kakaoanbaugebieten. Der Markenname wurde schrittweise von „Fassbender & Rausch“ zu „Rausch“ geändert. Qualität bleibt das oberste Prinzip. Im zweiten Stock des Schokoladenhauses befindet sich ein Museum mit einer Ausstellung zur Firmengeschichte, die auch per Audioguide erkundet werden kann.

Was macht das Schokoladenhaus so besonders?

Ein Highlight ist der Schokoladenvulkan, der heiße Glasur durch den Krater sprudeln lässt. Der Innenraum in Schokoladen- und Pfirsichtönen wird durch Pflanzen ergänzt. Im Menü stehen exklusive Desserts wie „Mozart“-Törtchen (Nugat mit Pistazienmousse), „Mango“-Törtchen (Mousse und Püree unter weißer Schokolade) und „Marzipan“-Törtchen (Marzipan und Himbeermarmelade). Beliebt sind auch Crème Brûlée mit Rosmarin, warmer Schokokuchen mit Vanilleeis oder Schokofondue.

Zu den Getränken gehören zahlreiche Sorten heißer und kalter Schokolade sowie Tee, Limonaden, Säfte, Wein und Bier. Schokolade kann einzeln, in Sets oder individuell zusammengestellt gekauft werden.

Das Schokoladenhaus Rausch ist nicht nur ein Ort für Süßigkeiten, sondern auch ein Erlebnis für die Sinne. Besucher genießen die Atmosphäre und staunen über die Schokoladennachbildungen wie das Brandenburger Tor aus 300 Kilogramm Schokolade oder den 1,5 Meter langen Titanic-Nachbau.

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