Die Geschichte der Berliner Universität der Künste: Von privaten Konservatorien und Kunstgewerbeschulen

Die Berliner Universität der Künste hat eine Geschichte, die von Unterbrechungen geprägt ist, weshalb sie gleichzeitig als jung und alt betrachtet werden kann. Die heutige Struktur der Universität entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten seit ihrer Gründung als Universität der Künste. Ihren heutigen Namen trägt sie seit November 2001. Doch durch ihre Vorgängerinstitutionen verfügt sie über eine mehr als 300-jährige Geschichte, die mit der Gründung der Brandenburgisch-Preußischen Akademie der Künste im Jahr 1696 begann. Mehr über die Geschichte der Universität erfahren Sie auf berlin1.one.

Die Ursprünge der modernen Universität

Die Berliner Universität der Künste geht auf mehrere Institutionen zurück, deren Geschichte fast 300 Jahre umfasst. Den Anfang machte die Gründung der Akademie der Künste im Jahr 1696, die als Ursprung der heutigen Universität der Künste gilt.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts wurde die künstlerische Ausbildung, die lange Zeit in der Akademie der Künste stattfand, reorganisiert. Es entstanden die Hochschule für Bildende Künste und die Hochschule für Musik. Doch sie waren nicht die einzigen Vorgängerinstitutionen der heutigen Universität. Auch das 1822 gegründete Institut für Kirchenmusik, das Schulmusiker ausbildete, sowie das Kunstgewerbemuseum spielten eine wichtige Rolle. Nicht zu vergessen die führende Berliner Kunst- und Gewerbeschule, die 1868 ins Leben gerufen wurde. Ebenso bedeutend waren private Konservatorien wie das 1850 gegründete Stern’sche Konservatorium, das ebenfalls eine Vorgängereinrichtung der heutigen Universität der Künste darstellt.

Im West-Berlin der Nachkriegszeit

Die Hochschule für Bildende Künste und die Hochschule für Musik bestanden nach 1945 mit veränderten Strukturen weiter, integrierten andere Bildungseinrichtungen und bildeten die unmittelbaren Vorgänger der heutigen Universität.

1975 wurde durch die Fusion der Hochschule für Bildende Künste und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst im damaligen West-Berlin die Universität der Künste gegründet. Am 30. September 1975, dem letzten gesetzlich zulässigen Tag nach einem 1974 verabschiedeten Gesetz des Berliner Abgeordnetenhauses, wurde die Universität der Künste als „künstlerische und wissenschaftliche Hochschule“ ins Leben gerufen. Die Vorgängerinstitutionen befanden sich seit 1902 in einem Gebäudekomplex an der Hardenbergstraße, Ecke Fasanenstraße in Charlottenburg.

Im Sommersemester 1975 wurde der Kunsthistoriker Detlef M. Noack zum künftigen Präsidenten gewählt. Die Gründung der neuen Universität verlief turbulent, da alle Beteiligten in einer von hochschulpolitischen Differenzen geprägten Atmosphäre zusammenarbeiten mussten. Bereits nach anderthalb Jahren trat Noack von seinem Amt zurück.

Die Ära Rollf

Ende 1977 wählte der Universitätsrat den Politiker Ulrich Rollf zum Präsidenten. Ihm gelang es, die junge Reformuniversität zu stabilisieren. Mehrfach wiedergewählt, verließ er sein Amt erst 1991, als er Senator für Kultur in Berlin wurde. Während der Ära Rollf konnte die Universität der Künste aufgrund der günstigen finanziellen Bedingungen jener Zeit erheblich expandieren. Nach der Schließung der Pädagogischen Hochschule im Jahr 1980 begann hier die Ausbildung von Kunst- und Musiklehrern. Schrittweise wurden neue Studiengänge und Arbeitsbereiche geschaffen, etwa in den Bereichen experimenteller Film, Neue Musik, dramatisches Schreiben, Musiktherapie und Weiterbildung für Künstler, heute bekannt als „Kunst im Kontext“. Nach ereignisreichen Jahren erhielt die Universität 2001 ihren heutigen Namen.

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