Geheimnisse der Staatlichen Münzstätte in Berlin

Deutschland liegt geografisch im Zentrum Europas, wo sich zahlreiche Handelswege kreuzten, die Herrscher oft wechselten und damit auch das Geldsystem. Das Land benötigte daher ständig eine große Menge an Geld für den Warenverkehr, sodass es nicht verwundert, dass in Deutschland eine der längsten Münzprägungstraditionen der Welt entstanden ist. Die nationale Währung wurde erstmals 1871 geprägt, als aus einzelnen Bundesstaaten ein starkes und mächtiges Kaiserreich geformt wurde. Mehr dazu auf berlin1.one.

Geldreformen im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Zunächst sollte geklärt werden, warum im Land zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Geldsorten verwendet wurden und wie viele es überhaupt gab. Dieser Aspekt bestimmte die Arbeitsbelastung der Münzstätte und den Ausbildungsstand der Fachkräfte, die mit jedem Herrscherwechsel lernen mussten, neue Münzen zu prägen. Der Zeitraum, der als Erstes Reich in die Geschichte einging, umfasste die Vereinigung europäischer Länder im Rahmen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Dazu gehörten die Länder der Niederlande, Böhmens, Frankreichs und Teile Italiens. Ein unabhängiges Land galt damals als das Eigentum eines mächtigen Herzogs, Barons oder Fürsten. Entsprechend prägte jeder sein eigenes Geld.

Die Währung des Kaiserreichs

Eine eigene Währung, die als Mark bezeichnet wurde, wurde 1871 eingeführt. Sie wurde in mehreren Münzstätten des Landes hergestellt, doch die Hauptmünzstätte blieb in Berlin. Die Epoche von 1871 bis 1918 ging als Kaiserreich oder Zweites Reich in die Geschichte ein. Damals vereinte Kanzler Otto von Bismarck den Staat zu einem Reich, das von König Wilhelm I. regiert wurde. Die Hauptstadt wurde Berlin. Die Einführung einer einheitlichen Währung wirkte sich positiv auf den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes aus. Die ersten Goldmünzen wurden mit einem Nennwert von 10 und 20 Mark herausgegeben, wobei bis 1907 noch mit alten Talern bezahlt werden konnte.

Im Sommer 1919 wurde auf der Nationalversammlung das Land zur Republik erklärt, und 1923 wurden anstelle von Papiermark Rentenmark und Pfennige bis zu einem Nennwert von 50 geprägt. Ein Jahr später begann die Münzstätte mit der Ausgabe von Silbermarken, doch in den Jahren 1934 und 1937 wurden sie massiv aus dem Verkehr gezogen. 1933 wurde die Republik vom Dritten Reich abgelöst, und Adolf Hitler kam an die Macht. Neue Münzen wurden geprägt: Auf der Rückseite wurde dem Adler mit ausgebreiteten Flügeln ein Hakenkreuz in einem Eichblattkranz hinzugefügt. Diese Münzen waren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Umlauf.

Neue Münzen in der Mitte des 20. Jahrhunderts

1948 wurde auf dem Gebiet der Alliierten und später in der Bundesrepublik Deutschland die Deutsche Mark eingeführt, und es wurden Münzen mit einem Nennwert von 1, 2 und 5 Mark sowie alle Varianten der Pfennige geprägt. Auf dem Gebiet Deutschlands, das an die UdSSR gefallen war, und später in der DDR wurden andere Deutsche Mark geprägt, die ab 1967 als Mark der DDR bezeichnet wurden. Als Deutschland wieder vereint wurde, entschied man sich, verschiedene Nennwerte von Mark und alle Varianten der Pfennige zu verwenden. Erst ab 2020 wurde der Euro zur Hauptwährung, und die in Deutschland ausgegebenen Münzen zeigen auf der Rückseite den Adler aus dem Staatswappen. Auf der Rückseite der Eurocent-Münzen wurde ein Eichenzweig geprägt.

Die Entstehung der Berliner Münzstätte

Foto: Gebäude am Werder’schen Markt, 1800–1886

Wie man sieht, gab es bei den vielen Regierungswechseln immer genug Arbeit für die Münzstätte. Erstmals wurde 1280 in Dokumenten eine Münzprägung erwähnt, das Geld wurde damals manuell mit Hämmern hergestellt. Mit der Gründung des Kurfürstentums entstand eine kurfürstliche Münzstätte. Es ist bekannt, dass sich die Münzwerkstätten Mitte des 16. Jahrhunderts in der Poststraße befanden, 1630 wurden sie in der westlichen Ecke des Schlosshofes im Wasserturm untergebracht. 1667 beschloss Raban von Canstein, im Auftrag des Königs preußische Münzen zu prägen. Auf Befehl von König Friedrich I. zog die Münzwerkstatt erneut um – an die Unterwasserstraße in den Schleusengraben am Werder’schen Markt.

1750 erhielt die Berliner Münzstätte den Buchstaben „A“ als Zeichen dafür, dass hier die wichtigsten königlichen Münzen hergestellt wurden. Gleichzeitig wurde die Produktion erheblich erweitert, unter der Leitung des Generaldirektors der Münzstätte Johann Philipp Graumann. Doch das Reich entwickelte sich, und die Handwerker konnten die Aufträge nicht rechtzeitig erfüllen. Daher wurde der Betrieb 1752 erneut an einen neuen, speziell errichteten Standort in der Contrescarpe-Straße (später in Münzstraße umbenannt) verlegt. Dort wurden alle Voraussetzungen geschaffen, um die Münzproduktion erheblich zu steigern.

Änderungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Mit den Veränderungen im Staat wuchs der Bedarf an mehr Münzen. 1800 entstand in der Unterwasserstraße ein neues Gebäude der Münzstätte, entworfen vom berühmten deutschen Architekten Heinrich Heintz. Das Gebäude in der Münzstraße nannten die Berliner Alte Münze. Auch an die Modernisierung der Werkstätten wurde gedacht, sie wurde 1830 und 1861 durchgeführt. 1871, als das Kaiserreich proklamiert wurde, investierte man in ein leistungsfähigeres Unternehmen und scheute keine Kosten für neue Ausrüstung. Ein Jahr später prägte die Münzstätte, die in Dokumenten als Preußische Staatsmünze verzeichnet war, nicht nur über die Hälfte aller Münzen für das Reich, sondern erfüllte auch Aufträge für die Prägung von Münzen anderer Staaten. Sie blieb bis 1935 an diesem Standort.

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