Wie Jorinde Voigt in Berlin großformatige Kunstwerke schafft

Die renommierte Konzeptkünstlerin Jorinde Voigt lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist bekannt für ihre großformatigen Werke, die Bewegung, Zeit, Form, Wahrnehmung und Wissenschaft in eine einzige visuelle Darstellung zu übersetzen versuchen. Ihre Arbeiten erinnern an musikalische Partituren, wissenschaftliche Diagramme und Notensysteme, in denen natürliche und psychologische Phänomene in malerische Kompositionen verwandelt werden. Lesen Sie mehr unter berlin1.one.

Voigt kombiniert traditionelle Materialien wie Tusche, Öl, Bleistift und Aquarell mit Collagen und skulpturalen Elementen. Ihre Werke sind weltweit anerkannt und fordern das Publikum heraus, sich mit den verborgenen Strukturen und Codes auseinanderzusetzen.

Jorinde Voigt: Kunst als visuelle Forschung

Berlin – Zentrum ihrer künstlerischen Praxis

Das Werk von Jorinde Voigt ist eine intensive Auseinandersetzung mit den inneren Wahrnehmungsprozessen der Welt. Ihre Kunst reflektiert Emotionen, Vorstellungskraft, sinnliche Erfahrungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und kulturelle Phänomene.

Charakteristisch für ihre Arbeiten:

  • Komplexe Diagramme und Systeme als Verbindung von subjektiver Erfahrung und objektiven äußeren Einflüssen
  • Dynamische Linien und Muster, die an Schallwellen, mathematische Algorithmen oder Notationen erinnern
  • Verschmelzung von Zeichnung, Malerei, Collage und Skulptur

Ihre künstlerische Praxis steht an der Schnittstelle von Musik, Philosophie und Phänomenologie, die sie in visuelle Modelle transformiert. Dabei schafft sie eine Balance zwischen Ordnung und Chaos und lädt die Betrachter dazu ein, sich mit den verborgenen Bedeutungsebenen auseinanderzusetzen.

Musik als zentrales Element in Voigts Kunst

Voigts Wurzeln in der Musik

In ihrer Jugend spielte Jorinde Voigt Cello und entwickelte ein tiefes Verständnis für die Struktur von Notationen. Während ihres Philosophiestudiums begann sie, musikalische Notenschriften zur Darstellung von weltanschaulichen Konzepten zu nutzen – eine Erweiterung der Sprache, die über das rein Geschriebene hinausgeht.

Ihre Werke spiegeln dynamische Strukturen wider, die sich in:

  • sozialen und politischen Systemen,
  • architektonischen Konstruktionen,
  • biologischen Rhythmen des Körpers wiederfinden.

Mit ihrer einzigartigen visuellen Sprache reduziert sie komplexe Abstraktionen auf ästhetisch ansprechende, aber konzeptionell tiefgründige Kunstwerke.

Ein besonderer Einfluss auf Voigt ist der amerikanische Künstler Cy Twombly, dessen Kunst durch chaotische Linien, Kritzeleien und Schriftzüge geprägt ist. Ähnlich wie Twombly verwendet sie Zahlen, Buchstaben und alltägliche Objekte, um versteckte Erzählungen und mythologische Bezüge in ihre Werke zu integrieren.

Die bedeutendsten Werke von Jorinde Voigt

Piece for Words and Views XXIX (2012)

Diese Serie erinnert an komplexe Codes oder Infografiken. Voigt kombiniert ungewöhnliche Elemente wie ein Kleid, eine Lyra und eine Hand mit abstrakten Formen, die an musikalische Noten, topografische Karten oder elektrische Schaltpläne erinnern.

 Besonderheit:

  • Die Künstlerin beschreibt die Serie als eine Anspielung auf Musik, die jedoch nicht als Partitur gelesen werden kann – die Betrachter sollen sich allein auf das visuelle Erlebnis einlassen.

Studie zur Wirklichkeit (2021)

Hier verbindet Voigt Zeichnung und Collage, um eine dreidimensionale Wahrnehmung zu erzeugen.

 Merkmale:

  • Spiegelnde Glasrahmen, die das Bild mit der Reflexion des Betrachters ergänzen
  • Verschachtelte Formen, die den Raum unendlich erscheinen lassen
  • Schichtungen aus farbigem Papier, Ölkreide, Tusche und Graphit

Diese Serie hinterfragt Realität, Bewegung und Zeitsequenzen und spielt mit der Interaktion zwischen Werk und Betrachter.

Atem-Studie (2021)

Diese Serie beschäftigt sich mit natürlichen Rhythmen und zeitlichen Dimensionen.

 Schwerpunkte:

  • Visualisierung von Jahreszeiten, Tageszeiten, Pulsschlägen und Atemmustern
  • Wiederkehrende Elemente wie gebogene Pfeile, die zyklische Prozesse symbolisieren
  • Reflexion über die Vergänglichkeit des Lebens

The Sum of All Best Practices (2022)

Diese Serie fällt besonders durch die Darstellung von Blättern auf.

Hintergrund:

  • Voigt sammelte Blätter von Bäumen ihrer Umgebung und integrierte sie in ihre Werke
  • Graphit-Zeichnungen auf schwarzem Karton, die durch Licht und Schatten lebendig wirken
  • Betont die einzigartige Evolution jedes einzelnen Blattes – eine Hommage an die Natur

Lehrtätigkeit und akademische Laufbahn

Jorinde Voigt hat sowohl einen Bachelor als auch einen Master in Bildender Kunst von der Universität der Künste Berlin.

 Akademische Stationen:

  • 2014–2019: Professorin an der Akademie der Bildenden Künste München
  • Seit 2019: Professorin für Konzeptuelle Zeichnung und Malerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg

Sie unterrichtet Malerei, Skulptur, Film, Design und Mediale Kunst – eine Disziplin, die zeitbasierte Kunstwerke wie Video- und Soundinstallationen umfasst.

Internationale Anerkennung und Sammlungen

 Preise und Auszeichnungen:

  • The Daniel and Florence Guerlain Foundation’s Contemporary Drawing Prize
  • Teilnahme an Biennalen in Venedig, Zürich, Lyon, Wien und Schardscha

 Öffentliche Sammlungen:

  • Museum of Modern Art (MoMA), New York
  • The Morgan Library & Museum, New York
  • Art Institute of Chicago
  • Centre Pompidou, Paris
  • British Museum, London
  • Kupferstichkabinett, Berlin
  • Staatliche Graphische Sammlung, München
  • Kunsthaus Zürich

Fazit

Jorinde Voigt gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Deutschlands. Ihre Werke bewegen sich zwischen Musik, Wissenschaft, Philosophie und Kunst und schaffen eine einzigartige visuelle Sprache.

Mit ihrer Fähigkeit, komplexe Konzepte in ästhetische Formen zu übersetzen, stellt sie eine der innovativsten Künstlerinnen der Gegenwart dar. Ihre Arbeiten sind nicht nur visuell faszinierend, sondern laden auch dazu ein, die Welt der Wahrnehmung und Abstraktion neu zu entdecken.

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