Das Emblem mit dem goldenen Jungen im Bierglas ziert noch immer die Bierkrüge von „Berliner Kindl“. Diese Biermarke der Brauerei „Berliner Kindl Schultheiss“, die zur „Oetker“-Gruppe gehört, ist den Berlinern bestens bekannt, beliebt und geachtet. Der Ursprung der Marke reicht zurück bis zur Brauerei in Rixdorf, die 1872 als Vereinsbrauerei „Berliner Gastwirte zu Berlin AG“ gegründet wurde. Mehr über die Geschichte dieser Berliner Brauerei erfahren Sie auf berlin1.one.
Untergäriges Bier

Die Gründer dieser Brauerei, selbst die optimistischsten unter ihnen, hätten wohl kaum an solch einen Erfolg geglaubt. Doch wie sich herausstellte, überzeugte der Geschmack. Im Laufe der Jahre, seit das Symbol des goldenen Jungen eingeführt wurde, blieb „Berliner Kindl“ seinen Traditionen treu und ging dennoch mit der Zeit. Alle Sorten von „Berliner Kindl“ zeichnen sich nicht nur durch ihren einzigartigen Geschmack, sondern auch durch ein unverwechselbares Design aus. Neben dem goldenen Jungen sorgen heute auch das Brandenburger Tor und weitere visuelle Elemente auf den Etiketten für eine hohe Wiedererkennbarkeit.
Alles begann mit acht visionären Gründern, die am 1. Februar 1872 die Vereinsbrauerei „Berliner Gastwirte zu Berlin AG“ in Rixdorf ins Leben riefen. Unter ihnen befanden sich Gastwirte wie Peter Josef Linke, Philipp Jäger, Ernst Baumbach, Franz Specht und Fritz Schmiedel, der Unternehmer Heinrich Mestern, Bankdirektor Otto Svoboda und Bernhard Geßlein. Ihre Mission: die Herstellung von untergärigem Bier.
Der goldene Junge

Mit einem Startkapital von einer Million Talern errichteten sie innerhalb eines Jahres eine für ihre Zeit hochmoderne Brauerei, die am 19. Juli 1873 feierlich eröffnet wurde. Ab 1909 wurde dort ausschließlich das 13-prozentige Spezialbier „Berliner Kindl“ gebraut. Am 7. Dezember 1910 änderte das Unternehmen seinen Namen in „Berliner Kindl Brauerei AG“. Bereits seit 1907 war man auf der Suche nach einer neuen, zeitgemäßen Handelsmarke und entschied sich schließlich für das Design des Künstlers Georg Reder. Der goldene Junge im Glas wurde zum unverwechselbaren Symbol von „Berliner Kindl“.
Die Berliner lieben ihr Bier, und „Berliner Kindl“ wurde ein Verkaufsschlager. Die Brauerei expandierte. In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte sie sich zu einer der größten Brauereien Deutschlands mit mehreren Standorten in und um Berlin. Doch der Zweite Weltkrieg zerstörte große Teile der Brauereien, und die Stadt wurde von den Alliierten besetzt. Ein schwieriger Neubeginn folgte. Im Jahr 1947 nahm die Brauerei ihren Betrieb wieder vollständig auf, und das beliebte Bier der Deutschen floss erneut in Strömen.
Die schönste Brauerei Europas

In den Jahren nach dem Krieg entwickelte sich Berlin rasant, und mit ihm „Berliner Kindl“. Sechs riesige Kupferkessel im neuen Brauereisaal in der Rollbergstraße galten als die größten und schönsten ihrer Art in Europa.
Dann kam der Fall der Berliner Mauer, die Wiedervereinigung der beiden Stadtteile. Berlin wurde zur Hauptstadt des vereinten Deutschlands – eine bewegende und aufregende Zeit für die Berliner. Anfang der 2000er-Jahre zog die Marke wieder in den Osten Berlins. Seit 2006 wird das gesamte Sortiment in der Brauerei „Berliner Kindl Schultheiss“ in Lichtenberg gebraut.
In den folgenden vier Jahrzehnten setzte „Berliner Kindl“ seinen Erfolgskurs fort und erlangte wieder den Status einer der führenden Marken Berlins. Zum 750-jährigen Jubiläum der Stadt wurde das „Jubiläums Pilsener“ gebraut. Dieses Bier wurde so beliebt, dass es bis heute die Nummer eins der Marke „Berliner Kindl“ ist.
