Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge – Ein „junges“ Krankenhaus in Berlin

Die Backsteinbauten, die seit 1889 in Lichtenberg errichtet wurden, wurden anfangs als „Kasernenarchitektur“ verspottet. Doch die Zeiten ändern sich. Heute wird der geschmückte Komplex, verziert mit Stuck und eingebettet in üppiges Grün, bewundert. Klinkerziegel und strenge Formen kombiniert mit filigraner dekorativer Gestaltung sind das Markenzeichen von Hermann Blankenstein. Neben der Klinik in Lichtenberg zeichnete er für den Bau mehrerer bedeutender Gebäude verantwortlich. Mehr zur Geschichte des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge erfahren Sie auf berlin1.one.

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin ist eine vielseitige Einrichtung, die aus der Fusion des Krankenhauses Königin Elisabeth (Innere Medizin und Chirurgie) und der spezialisierten Klinik für Neurologie und Psychiatrie in Berlin-Lichtenberg hervorgegangen ist.

Das Krankenhaus Königin Elisabeth

Unter der Schirmherrschaft der damaligen Kronprinzessin Elisabeth von Preußen wurden 1838 in Berlin Betreuungszentren für Kleinkinder gegründet, die von Christen geleitet wurden. Nachdem am Karfreitag, dem 14. April 1843, zwei kranke Kinder in einer gewöhnlichen Wohnung aufgenommen wurden, wurden weitere Einrichtungen zur Pflege von Kleinkindern geschaffen. Die Leitung der ersten Einrichtung übernahm Oberst von Webern. Königin Elisabeth von Preußen und Friedrich Wilhelm IV. zeigten großes Interesse an der Initiative und besuchten diese Zentren regelmäßig. Später initiierte von Webern die Gründung des ersten Kinderkrankenhauses in Berlin. Doch die 12 Betten in der genannten Wohnung reichten bald nicht mehr aus. 1844 zog das Kinderkrankenhaus in ein neu erworbenes Wohnhaus um, das nach und nach für den Krankenhausbetrieb umgebaut wurde. Mit Kabinettsbeschluss vom 4. November 1844 erhielt die Einrichtung den Namen ihrer Schirmherrin und wurde als Kinderkrankenhaus Elisabeth bekannt.

Die Fachklinik für Neurologie

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Berliner Stadtverwaltung, städtische psychiatrische Kliniken in den Außenbezirken zu errichten. Diese Psychiatrien dienten der Behandlung und ganztägigen Betreuung psychisch Kranker, aufgeteilt nach Kindern, Frauen und Männern.

Die II. Städtische Irrenanstalt wurde nach Plänen des Architekten Hermann Blankenstein auf einem Gelände erbaut, das von Gutsbesitzer Hermann Röder erworben wurde. Sie ersetzte das Sanatorium und Altenheim Dalldorf, dessen Kapazitäten nach fast einem Jahrzehnt nicht mehr ausreichten. Die Klinik wurde am 21. Juni 1893 eröffnet und bot Platz für 1050 erwachsene Patienten. 1914 begann hier die Ausbildung von Krankenpflegern für die Betreuung psychisch Kranker. 1925 erhielt die Einrichtung den Namen „Städtisches Sanatorium Kronprinzessin Elisabeth von Preußen“.

Die Fusion zweier Krankenhäuser

Am 1. Januar 1992 wurden die beiden zuvor eigenständigen Krankenhäuser zusammengelegt. Die neue Einrichtung erhielt den Namen Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH). Seit 1992 wurden zusätzliche Fachabteilungen wie Urologie, Gefäßchirurgie, ein Epilepsiezentrum, Gastroenterologie, Infektionskrankheiten, Nephrologie sowie eine Notaufnahme und Geriatrie eingerichtet. Das Krankenhaus ist ein medizinisches Zentrum für Notfall- und Regelversorgung und zugleich akademisches Lehrkrankenhaus der Charité.

Seit 2007 betreibt das KEH ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), das sich in einem Gebäude an der Herzbergstraße befindet. Als ambulante Klinik arbeitet das Zentrum eng mit den Fachabteilungen des Krankenhauses zusammen und nutzt die entsprechenden Untersuchungstechnologien.

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